Kiten auf Mauritius

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  Da unter den Reiseberichten der Kiteforen wieder nichts zum Thema Mauritius im Januar zu finden war,
  möchte ich hiermit versuchen die Lücke etwas zu schliessen.
  Generell ist im Europäischen Winter keine Windsaison auf Mauritius.
  Wer sich aber flexibel zeigt und die Grundlagen von Wetter und Thermik beherrscht, kommt
  mit Kites von 16-7 zu 70%, und mit einem 12er zu 50% vom Hof. Vorausgesetzt man beschäftigt sich
  täglich mit den Winddaten und ist flexibel unterwegs. Wir hatten im Island Sports, vor Filc und Flac
  Quartier bezogen und waren damit preiswert im 2-Sterne Hotel einquartiert. Etwas mehr investierten wir beim
  Mietwagen um die Insel auch innerhalb der 14Tage kennenlernen zu können. Hierzu sei gesagt, dass
Mauritius in 1,15h von Süd nach Nord, und in 1h von Ost nach West zu durchqueren ist. Dies bietet
zunächst grundsätzlich die Möglichkeit dort aufzulaufen, wo Wind ist. Natürlich kann man sich
auch in Le Morne festsaugen, aber die Windausbeute ist dann natürlich zu reduzieren, da 30% der
Windtage aus nördlichen, oder nordöstlichen Richtungen kommt. Für diese Tage sind Spots, wie
Flic und Flac, sowie der Badestrand von Tamrin geeignete Anlaufpunkte. Für zweiteren ist allerdings
sicheres Höhe laufen Pflicht! Mal abgesehen von den Nordwindtagen gibt es noch ausreichend
Potential in Le Morne, was selbst von den Lokals nicht erkannt wurde.
Hierfür sind o.g. Grundkenntnisse in Thermik erforderlich. Der Le Morne Brabant ist ein 700m hoher
Vulkanfels, schön schwarz matt! Somit ist der Fels nahezu ideal zur Erzeugung einer ausreichenden Thermik,
für den der Geduld an den Tag legt.
Die Thermik bringt bis zu 16kn und entsteht bei folgenden Bedingungen:
Bestens geeignet sind Null-Wind Tage, oder Tage mit leichten Nordwind. Also die Tage, an denen
keiner ans Kiten denkt und meistens die Insel erkundet. 2.sollte an diesen Tagen die Sonne mit
voller Kraft auf den Le Morne Brabant ballern. 3.begünstigt ein Wolkenband über dem Horizont die Maschinerie.
Sind mindestens Punkt 1 und 2 erfüllt, könnt ihr gegen 17 UHR anfangen euch in Stellung zu bringen,
genau dann wenn die letzten unwissenden aufgeben und einpacken. In dem Moment wo die Sonne
an Kraft verliert wird die gespeicherte Tageswärme des Le Morne Brabant freigesetzt, und ihr könnt
für 2h rippen, da die nun aufsteigende wärmere Luft kältere Umgebungsluft nachzieht.
Ich war zu diesen Thermiken steht´s allein auf dem Wasser, was vor und Nachteile hat.
Die Surfstation, die das einzige Rettungsboot führt, ist nur bis 17 Uhr besetzt. Was nicht bedeutet,
dass euch vor 17 Uhr immer geholfen wird! Hierbei gibt’s von mir eine fette Rüge an die Surfstation,
die nach meiner Auffassung sich erst ins Boot bewegt, wenn ein Kiter sich nicht mehr bewegt.
Und bei Regen schon gar nicht! Aus diesem Grund kann ich euch nur empfehlen eure Kites mit
einer 5ten auszustatten, denn der Wind am Spot kommt Sideshore, ist aber nach der Landzunge
ablandig und ihr seid schnell ausser Sicht. Der Spot, dem ich damit den absoluten Expert-Status
verpassen möchte, bietet im Gegenzug 100% Fun. Die flache Bilderbuchlagune endet nach ca. 800m
vom Stand mit One-Eye, eine in den Sommermonaten beliebte Fullclean-Wave, die im Januar nur
ansatzweise ihre Performance offenbart. Zum Kiten ist die max. 2m einlaufende Welle natürlich nutzbar, aber
wer keine feste Bindung hat, sollte sich erkundigen wann ausreichend Wasser zur Verfügung steht
um Notfalls noch einen Bodytrack durchführen zu können, denn das Riff unter One Eye hat alles
was ein Riff so ausmacht. Für die die sich mit den Bedingungen arrangieren, offenbart sich somit
ein 100%diger Spot. Erwähnt sei hierbei noch, dass der Neo eingespart, Schuhe und Lange Hose
aber sinnvoll bleiben. One Eye hat übrigens ihren Namen von den Surfern erhalten, die auch wirklich
draussen waren und nicht von denen, die mit einem 1000$ Board am Strand flanieren. Und damit
das auch so bleibt, wird die Auflösung auch von mir nicht bekannt gegeben. Nur soviel sei gesagt,
wer wirklich rausfährt und One Eye abzieht, wird die Namensgebung der Owner im Le Morne Brabant erkennen
und die Tradition der Lokals durch Schweigen ehren.
An windlosen Tagen, könnt ihr vom Südwesten aus die schönsten Ecken der Insel erkunden,
die sich -wie ich finde- auch im Hochland des Südens befinden. Den 90m Wasserfall im Nationalpark
solltet ihr am Oberbecken besuchen, was wohl in früheren Zeiten üblich war. Heute ist der Zugang
grösstenteils für PKW gesperrt, aber ihr könnt die Stelle zu Fuß erreichen, indem ihr
dem Verlauf des Flusses oberhalb folgt. Um die Rückkoppelung zum Kiten
zu finden, sei hier noch der Stausee bei Grand Bassin erwähnt, der ausreichend Wind für einen Foto-Ride bietet,
was aufgrund der stets tiefliegenden Wolken einzigartige Aufnahmen entstehen lässt.
(400er Film und Jacke mitnehmen!)
Alles in allem ist Mauritius ein äusserst entspanntes Winterziel. 11h Flugzeit, ohne Zwischenstopp und
nur 3h Zeitverschiebung machen auch kurze Besuche sinnvoll und erholsam. Wer shoppen will, sollte
dies im Westen der Insel erledigen. Die dort lebende kreolische Bevölkerung, die 20% der Einheimischen erreicht,
ist gegenüber der 70% indischen Besiedelung als weitaus entspannter einzustufen.
Östliche Küstenregionen werden teilweise zu 100% von lästigen Indern besiedelt,
die das Preisniveau gegenüber der Westküste mal eben um 500% anheben.
Nur wer gut im Verhandeln ist, kann mit 3x abwinken das realistische Preisniveau der Kreolen im Westen
erfeilchen.
Wer noch Infos zu Mauritius benötigt, kann mich natürlich gern kontaktieren.

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