cannopy - swoopen

       
 
Das Wort "Swooping" kommt, wie viele andere Begriffe auch,
 
aus dem Englischen und bedeutet herabstoßen (wie ein Raubvogel).
 
Diese spektakulärste Disziplin des Fallschirmsports ist auch die gefährlichste.
 
Jährlich kommen hierbei ca. 70 Menschen ums Leben.
 
Für den Zuschauer ist dieses Element des Fallschirmspringens
 
hautnah und Life mitzuerleben,da es unmittelbar am Boden stattfindet.
 
Die Kunst ist es, die nur ca. 8-9 m2 großen,
 
sehr wendigen Hochleistungsfallschirme in einer Höhe von ca. 300-
 
150 Metern mit einer "Kampfkurve", auch Hookturn (übersetzt: Hakendrehung)
 
genannt, von min. 90 bis 720 Grad vom Himmel zu stürzen und dabei
 
eine Sinkgeschwindigkeit von 120-140 km/h zu erreichen.
 
Zur Beendigung der Geschwindigkeitsaufnahme wird der Fallschirm
 
in die normale Fluglage, mittels einer weichen geflogenen Parabel,
 
zurückgeführt. Dies sollte so nah wie möglich am Boden vollendet sein,
 
sodass der Pilot gerade eben nicht den Boden berührt!
 
Dieser Spielraum zwischen zu tief, sprich Verletzung/Tod, aber auch zu hoch,
 
was einer Belächelung gleichkommt, ist sehr eng.
 
Aus gesundheitlichen Gründen ist "zu hoch" in jedem Fall besser als "zu tief".
 
Ist dieser Punkt aber perfekt getroffen worden,
 
nimmt der Pilot die soeben in Horizontalgeschwindigkeit umgesetzte
 
Sinkgeschwindigkeit, mit in die waagerechte Fluglage
 
Er kann jetzt Strecken von bis zu 142 Metern (Weltrekord!) fliegen,
 
ohne den Boden zu berühren.
 
Die Strecke variiert stark mit der Windgeschwindigkeit
 
(Gegen, Rücken, Seiten-wind),
 
dem verwendeten Fallschirmtypen und natürlich dem Können des Piloten.
 
Eine Sprungerfahrung auf Hochleistungsfallschirmen von mindestens
 
1000-2000 Absprüngen vorausgesetzt. Hat man diese Voraussetzungen erfüllt,
 
kann man zu den verschiedenen Spielarten des Swoopens übergehen:
 
Es kommt nicht nur darauf an, irgendwo auf der Wiese einen
 
megaweiten Swoop hinzulegen, sondern auch auf Zielgenauigkeit, Kontrolle
 
und jeder Menge Tricks! Unter Zielgenauigkeit verstehe ich,
 
durch einen festgesteckten Parcours zu fliegen, wobei das Anfangstor,
 
bestehend aus zwei Windblades im Abstand von ca. 8 Metern,
 
in einer Höhe von nicht mehr als 1,5-3 Metern zu passieren ist.
 
Unter Kontrolle ist zu verstehen, während der horizontalen Swoopphase,
 
Kurven fliegen zu können, den/die Füsse durchs Wasser zu ziehen,
 
den Punkt des Stillstandes (Ziellandung) bestimmen zu können und und und….
 
Die Ideen zu den Tricks kommen wieder einmal aus Amerika.
 
Dort gibt es mittlerweile einige Swooper, die kaum anderes machen,
 
als aus 1000 Metern abzuspringen, den Schirm zu öffnen und zu Swoopen.
 
Tricks wie der "Blind man", sprich rückwärts eingedreht im Gurtzeug zu Swoopen,
 
oder der "Nothing" wobei freihändig mit den Füssen auf dem Wasser gesurft wird,
 
gehören zu den Schwierigsten!
 

 

 
Frank Täsler (2. Platz Gesamtwertung German Swooping Open 2004)
   
 

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Webmaster Frank Schuck Team NLEx